Aus dem Tagebuch unseres Katers Findus – Juli 2016

Aus dem Tagebuch unseres Katers Findus – Juli 2016

Kein so schlechtes Leben bei Urban’s in Westerloy!

Als Freigänger kann ich rein und raus, wann ich will, kann auch bei den Zweibeinern auf dem Sofa vorm warmen Ofen liegen. Aber die Zeit kommt ja erst im Herbst wieder. Jetzt kann ich es ja an manchen Sommerabenden auch die ganze Nacht draußen aushalten, meistens liege ich aber – jedenfalls zeitweise – bei den Zweibeinern im Schlafzimmer in sicherer Höhe vor der braunen Maus. Die Zweibeiner haben sie immer Bakira gerufen.

Aber komisch, die braune Maus ist nicht mehr da. Liegt nicht mehr vorm Bett, nicht mehr im Korb, nicht mehr im Sommergarten, nicht mehr im Garten, ich kann mich in Haus und Garten bewegen wie ich möchte, aber da fehlt jemand…

Wenn ich da zurückdenke….

Vor einigen Jahren konnte ich so leise gar nicht sein, die braune Maus hat immer etwas gehört, wenn’s im Garten war, kam sie im gestreckten Galopp hinter mir her, im Haus war es ruhiger, da war schon etwas mehr Akzeptanz da, aber ich musste immer auf der Hut sein.

Aber schon längere Zeit kam es mir so vor, dass Bakira nicht mehr so gut hören und sehen konnte. Sie ist auch nicht mehr so wie früher aufgesprungen, wenn die Zweibeiner mit dem Auto nach Hause kamen. Da stand sie ganz aufgeregt an der Tür und wedelte mit dem Schwanz, tsss… als wenn da eine Maus hinter der Tür gewesen wäre. Aber in letzter Zeit hat sie das nicht mehr gehört, manchmal kam sie erst hoch, wenn die Zweibeiner sie anstupsten, aber dann hat sie sich immer tüchtig gefreut. Mich hat sie immer mehr in Ruhe gelassen, ich konnte manchmal über sie wegspringen, und sie schlief tief weiter. Auch schien der braunen Maus das Aufstehen und das Hinlegen schwerer zu fallen.

Nachts, meistens in den frühen Morgenstunden weckte Bakira dann durch unruhiges hin und herlaufen einen der Zweibeiner, dann gab’s für mich und der braunen Maus eine kleine Zwischenmahlzeit, kurz nach draußen und dann wurde weitergeschlafen. Morgens und Abends gab’s für Bakira immer ’ne kleine braune Tablette, was das wohl war. Die Zweibeiner faselten immer etwas von Schmerztabletten und Arthrose. Hmmh, kann ich mir nichts drunter vorstellen.

Und dann, Mitte Juli, war sie auf einmal nicht mehr da und jetzt steht im Garten unter der Eiche ein kleines Kreuz mit einem Bild von Bakira. Und manchmal stehen die Zweibeiner davor, in Gedanken versunken oder schaukeln auf der großen Schaukel. Manchmal sind sie auch ganz traurig und aus den Augen tropft es.

So, nach so viel Schreiberei rolle ich mich erstmal auf einem Fellkissen im Sommergarten ein.

Liebe Grüße an alle Eurasierfreunde,

Findus

Eine Antwort auf „Aus dem Tagebuch unseres Katers Findus – Juli 2016“

  1. Schöne Geschichte, die euer Kater da gezaubert hat; … und wir müssen uns um deine (wenn auch noch ferne) Zukunft als verrenteter Architekt nun glücklicherweise keine Sorgen machen. Langeweile wird da offensichtlich keine Rolle spielen, und auf deinen ohnehin schon gesicherten Lebensabendunterhalt kommen problemlos – dank genialer literarischer Fähigkeiten eures schwarzweißen Stubentigers – ganz sicher noch einige Euronen obendrauf.
    Lang lebe Findus …

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